Seilziehen

15.07.12

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Seilziehen und Gesundheit

 

Seilziehen - Kult, Sport und Plausch

Die ältesten Formen des Tauziehens gehen zurück auf die altertümlichen Riten vieler Stämme und Länder, so z.B. auf Borneo und Halmahera sowie Indien und Burma. Tauziehen anlässlich ritueller Begräbnisse war ein Symbol für die Auseinandersetzung zwischen „Gut und Böse“. Ein Sieg bei einem rituellen Tauziehen bedeutete viel mehr als nur eine sportliche Leistung. Ausser den asiatischen Ländern ist Tauziehen auch in den Ritualen Afrikas und Amerikas als auch in Ozeanien bekannt. In Griechenland, der Wiege der antiken olympischen Spiele, wurde Tauziehen etwa 500 v. Chr. entweder als echter Wettkampfsport ausgetragen oder als vorbereitendes Training für andere Sportarten betrieben.
Von 1900 bis 1920 war Tauziehen olympische Disziplin. Als das IOC im Jahre 1920 beschloss, die Anzahl der Disziplinen zu reduzieren, wurde Tauziehen unglücklicherweise aus dem olympischen Programm gestrichen.
Heute übt man den Sport auf nationaler Ebene aus und misst sich an Europa-, Weltmeisterschaften und World Games (Weltspiele für nichtolympische Disziplinen).
 

Der Wettkampf

Beim Seilzeihen stehen sich zwei aus acht Personen bestehende Teams gegenüber. Gezogen wird an einem 32 m langen Seil, welches einen Umfang zwischen 10 cm und 12,5 cm aufweist. Bei der Ausgangsstellung hält der hinterste Mann, der "Anker", das Seilende fest umschlungen, was eine sichere Polsterung des Oberkörpers bedingt. Das restliche Seilstück befindet sich regelkonform auf dem rechten Fussrist der sieben übrigen Mannschaftskollegen, bevor das Kommando "Seil auf" ertönt. Dann erst wird durch das gemeinsame, schnelle Emporheben des rechten Fusses das Seil in die Hände genommen. Doch auch jetzt beginnt noch nicht das eigentliche Ziehen, denn zuerst ertönen die Kommandos "Spannen", "Bereit" - und dann "Pull" (ziehen). Gewonnen hat ein Team das Pull, wenn eine Mannschaft den Gegner vier Meter auf seine Seite ziehen konnte.
Bei solchen Wettkämpfen braucht es natürlich auch Regeln. Werden diese nicht befolgt, erhält die fehlbare Mannschaft eine Verwarnung. Bekommt eine Mannschaft 3 Verwarnungen, so wird der Punkt dem Gegner zugesprochen. So dürfen beispielsweise beim Spannen keine Standlöcher geschlagen werden. Auch absichtliches Absitzen, Absitzen auf den Füssen des Hintermannes sowie zusätzliches Abstützen mit der Hand wird geahndet. Freies Gleiten des Seiles unter der Achselhöhle, was das Klemmen ausschliesst, muss gewährleistet werden, ebenso ist das Nachgreifen untersagt.
Normen und Regeln machen diese Sportart jedoch noch lange nicht aus. Untersucht man die Fähigkeiten, welche ein Seilzieher besitzen muss, so stösst man zwangsläufig auf Ausdauer, Konzentration, Kraft und Beweglichkeit und nicht zuletzt auch auf Schnelligkeit. Eine wichtige Person ist auch der Coach, der versucht durch gezielte Kommandos seine Mannschaft zum Punktgewinn zu führen.
Hinter diesen erfolgsversprechenden Leistungen steckt jedoch intensives, gezieltes Training, sowie eine gute Mannschaftsmoral und eine seriöse Einstellung gegenüber dem Seilziehsport.

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Stand: 24.03.10